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Rumpelsophie

der Bootsmann und die Tränen

Wenn ich nicht aufpasste, würde ich anfangen zu weinen.

Die erste Träne würde sich zu einem Tropfen formatieren und aufsteigen aus meiner Magengrube, hin zu dem Kloß in meinem Hals, um von dort aus weiter nach oben zu gelangen.

Dann würde sie sich setzen diese wohlgeformte Träne,in meinem Auge.

Schmerzen und warten, schmerzen und warten....



Der Schwur hatte Jahrzehnte auf dem Buckel – nie wieder würde ich weinen, nie wieder irgendjemandem meine Tränen und meine Verletzlichkeit zeigen, schon gar nicht durch das wässrige Nass, das perlend die Wangen herunter ran – und war getan, als das Kind getroffen wurde mit schallendem Schlag, mitten ins Gesicht, mit dem einzigem sichtbaren Zeichen, einer leichten Rötung auf der Wange.

Innen, tobte dafür der Sturm, bäumte sich die Entrüstung, schlug die Ohnmacht über der Hilflosigkeit zusammen und entfesselte die Wut, die sich über diesen Schrecken legte wie ein erbarmender Mantel, ließ sie doch den Tränen freien Lauf – nicht weil der Schlag so schmerzte, sondern weil die Seele brannte und es so offensichtlich war, dass in dieser Blöße kein Mitleid zu erwarten war.

Irgendwann hatte ich das alles vergessen und ich war stark und tränenlos.

Der Bootsmann war ein eigenwilliger Mann. Was ich an ihm besonders schätzte: Er hatte Zeit und seine Person strahlte eine tief verankerte Ruhe aus. Etwas das mir zur damaligen Zeit fehlte und ich schon sehr zu kämpfen hatte um überhaupt einmal 10 Minuten lang still zu sitzen.

Was ich nicht als Manko wahrnahm, war ich damals als ein weiblicher Odysseus unterwegs, auf den Weltmeeren, ruhelos durch die Welt stromernd, von einem ungewissen Gefühl beseelt, irgendwo in der Welt gab es etwas, dass mir fehlte und das ich nichtsdestotrotz brauchte.

Liebe? Fragte er

Ach woher Liebe, lachte ich. Wer braucht denn Liebe, wenn es da eine ganze Welt und obendrauf als Zuschlag noch ein Universum gibt.

Im Großen und Ganzen setzten sich unsere Unterhaltungen aus dem Weltgeschehen, philosophischen Diskursen und meinem faszinierten eintauchen in die Welt der neu entdeckten Sexualität – meines Zeichens devotion – zusammen.

Mit dem Bootsmann konnte ich das tun. Mit ihm konnte ich über alles reden, die nie gekannte Lust die zu einer eigenen Größe wuchs und am Tag 10 kleine, handgemachte Tode forderte und einer Phantasie die Purzelbäume schlug und die Lust immer weiter entfachte. Ein Steppenbrand und weit und breit kein Wasser in Sichbe

Ich konnte mit ihm so unbefangen darüber reden, weil ich wusste, dass der Bootsmann es faustdick hinter den Ohren hatte, genauer gesagt, gehörte er zu dem Typus Mann, der nur einmal mit dem Finger schnippte und zack hatte er an jedem Finger eine Frau. Insofern war für mich klar, dass ich never ever mit ihm etwas beginnen würde, das über eine bloße Freundschaft hinausging und wie es schien, schloss sich der Bootsmann meinen Gedanken diesbezüglich an, denn niemals machte er den Versuch, teilzuhaben an meiner neu entdeckten Leidenschaft, sondern blieb diesbezüglich der aufmerksame Zuhörer ohne jede sexuelle Erregung.

Ab und an klopfte er sachte an um etwas über meine Phantasien zu erfahren, die solch einen Steppenbrand auslösten, aber da schwieg ich beharrlich und er konstatierte nur mit einem Lächeln:

Muschel zu?

Jep, Muschel zu, war meine trockene Antwort.



Dafür hatte er dann so entzückende Ideen, dass Mann mich wirklich mal ein ganzes Wochenende lang, zu jeder vollen Stunde zu einem Orgasmus verdonnern sollte.

Das war dann so eine Idee, die natürlich den Steppenbrand heftig nährte und gleichermaßen schlich sich die Angst ein – was wenn...

Aber Gott sei dank fiel mir, noch bevor ich mich im Hirn ganz wuschig machen ließ, ein, dass der Bootsmann nicht seinen Schlaf für stündliche Orgasmen opfern würde.

Was er einfach mit einem: Natürlich würde nicht ich meinen Schlaf opfern, aber ich könnte jemanden kommen lassen.

An diesem Abend, als er so leichter Hand mit dieser Idee heraus kam, blitze irgendwo so ein kleines Lämpchen in mir auf. So ein AchtungAchtungMannUnterschätztLämpchen und die ganze Atmosphäre um uns herum hatte sich gewandelt. Der Freund mit dem sich so unbedarft plaudern ließ hatte für einen kurzen Moment seine Reißerchen gezeigt und ich war dabei zu Rotkäppchen zu mutieren und Rotkäppchen war schwer erleichtert, als sie in das Auto stieg und der Wolf sie nicht gefressen hatte.

Das war die erste Veränderung zwischen uns. Dann begann ich, auch aus dem Wissen heraus, dass der Bootsmann die Frauen- und die Betonung liegt ausdrücklich auf der Mehrzahl - immer lieben wird, eine Liason mit einem sogenannten Dom.

Die darin gipfelte das ich Samstag morgen in einem fremden Bett erwachte und die vergangene Nacht deutlich mehr schalen Beigeschmack, als euphorisierende Wirkung hatte und mein Handy mir via Kuckuck mitteilte, das ich eine SMS hatte.

Wo steckst du?

Ja, wo steckte ich. Das war eine gute Frage und nicht wirklich schlüssig zu klären, sah man mal von der Geografie ab.

Also tippte ich zurück: Ich steck in Köln, hab mich im Mann vertan und fahr jetzt heim.

Ab da schwieg mein Handy, kein Kuckuck, kein irgendwas.

Eine Stunde hinter Köln, tippte ich wieder in`s Handy ein:

Sprichst du noch mit mir?

Und als das Handy dann immer noch weiter schwieg, war ich der Verzweiflung nahe, dass ich eben jetzt einen Menschen verlieren könnte, der einen großen Platz in meinem Leben einnahm und der mir in der Tat wichtig war, und ich blöde Kuh hatte das nur nicht realisiert .

Das Handy schwieg weiter. Es schwieg noch bis zum frühen Abend.

Dann machte es Kuckuck und wir hatten eine Unterhaltung die alles bislang Gesprochene in den Schatten stellte und an dessen Ende mich der Bootsmann bat, wie gewohnt Freitag Nachmittag bei ihm vorbei zu kommen.

Ich kam und das Erste was er tat, war, mir einen dicken Stock von gut 40cm Länge zu überreichen, dessen oberes Ende, von einem kleinem, schmalen Goldring gefasst war.

Das, meine Bittersüße, dass ist dein Kerbholz und dieser Ring ist die erste Kerbe, für die ich mir erlaube, dir einen stündlichen kleinen Tod zu nehmen...bis Sonntag.



Am Samstag Abend, schlug die Uhr zur vollen Stunde. Mein Körper und mein Geist kämpften mit der Müdigkeit, die Beine zitterten,die Empörung, die Wut, war schon lange gewichen und ich wollte lbitten und flehen, damit es aufhört.



Wenn ich nicht aufpasste, würde ich anfangen zu weinen.

Die erste Träne würde sich zu einem Tropfen formatieren und aufsteigen aus meiner Magengrube, hin zu dem Kloß in meinem Hals, um von dort aus weiter nach oben zu gelangen.

Dann würde sie sich setzen diese wohlgeformte Träne,in meinem Auge.

Schmerzen und warten, schmerzen und warten....

und der Bootsmann war geduldig, er hatte viel Zeit.



kennen lernen

Sie umkreisten sich wachsam und die Aufmerksamkeit wurde auch nicht in banalen Nebensätzen ,

wie zum Beispiel der Frage welches Gericht auf der Speisekarte sie denn nun wählen würde, geringer

Wählen, immerschon konnte sie sich nie entscheiden und so eine Speisekarte war an sich schon eine Herausforderung für sich.

Er wusste schon lange was er wollte und nachdem der Ober wie zufällig ein drittes mal an ihrem Tisch vorbei kam, hatte auch sie ihre Wahl getroffen, speisekartenmäßig.

Imagination war es allein was sie bislang verband. Seine Vorstellung und ihre Vorstellung, die sich zuerst im chat annäherte und dann am Telefon ihre Wege fand.

Es müsse ihr klar sein, sagte er, wenn sie sich entschied ja zu sagen, dann habe sie sich zu fügen, in seinen Willen.

Wie oft hatte sie das in ähnlicher Weise gehört, das sie zu gehorchen habe, das sie sich zu unterwerfen habe..........und letztlich war immer ihr Willen, ihre Durchsetzungskraft zu groß, oder die Selbstbeherrschung auf Seiten des Mannes zu gering, sodass sie nie wirklich weiter kam in ihrer submissiven Entwicklung und dem Gefühl des Unterworfen seins.

Sie stagnierte und das schon seit einer kleinen Ewigkeit und sie sagte ihm auf den Kopf zu, das er sich das abschminken könne, das sie sich in ihrer Persönlichkeit kleiner machen würde, nur damit er das Gefühl der Überlegenheit hätte.

Was ihn schmunzeln machte, aber die normalerweise einsetzende Litanei von wegen der ganzen dominanten Fähigkeiten blieb aus. Allein, sein Satz: das er dafür Sorge tragen würde, das sie sich fügt, bereitete ihr grummeliges Wohlbehagen in der Leibesmitte und sie glaubte ihm, obwohl es ihr an Vorstellungskraft fehlte, das es auch so sein würde.



Wie sehr hatte sie damals alles unterschätzt, die Tragweite der Emotionen die binden, die Bindungsfähigkeit von hingegebenen Grenzen, das Zugehörigkeitsgefühl zu dem der das submissive fordert und fördert, nicht zuletzt die tiefe der Verbundenheit die entstand und die sie so nie kannte.

Was man nicht kennt, kann man nicht einschätzen, man ahnt es vielleicht und eine unbestimmte Sehnsucht flüstert einem zu, da gibt es etwas wovon du noch nichts weißt, und - was man nicht kennt vermisst man nicht.



Er bereicherte ihre Vorstellungskraft an diesem Abend, auf eine ganz banale, simple Art – er ließ sich nicht durch ihre Selbstverständlichkeit mit der sie ihm die Antwort auf eine Frage verweigerte, abschrecken , sondern trat ihr mit seiner Selbstverständlichkeit entgegen

Er erinnerte sie daran das sie ihr Ja gegeben hatte zu dieser Beziehung in der er seine Forderungen erfüllt haben wollte, griff ihr dabei unsanft ins Haar und schleifte sie durch den halben Raum des Hotelzimmers um in einem Sessel Platz zu nehmen und sie ganz schnöde übers Knie zu legen.

Sie weinte, obwohl sie sich sicher gewesen war, nie einem Mann ihre Tränen zu zeigen, und sie konnte sich nicht entscheiden ob es Tränen des Zorns oder Tränen der Erleichterung waren.

Es war der Beginn der Akzeptanz, ihn in seinem Wollem anzunehmen, sich in seinen Willen zu fügen.

Seine Hand war für sie an diesem Abend, kalt, hart und fremd und als er ihr sagte, das der Tag kommen würde, an dem sie das anders wahrnehmen würde, schüttelte sie nur ungläubig den Kopf.

Niemals würde sich das ändern, niemals würde sie darin Wärme und Vertrautheit wahrnehmen, nicht allein weil sie viel zu sehr ein Feigling in Sachen Schmerz war.

Wochen später, als ihre gemeinsam gesammelten Erfahrungen die Akzeptanz verstärkten, ihr Vertrauen in ihn rückhaltslos war, gab es nichts mehr kaltes und hartes. Sie stellte mit einem ungläubigen Erstaunen fest, das sie es liebte wenn sie über seinen Knien lag.



Niemals ist ein großes Wort, ein so großes Wort wie immer.

Sie strich das Wort niemals aus ihrem Wortschatz und hatte ihre Freude daran zu entdecken das es im Fühlen Bedingungslosigkeit gab, die sie manchmal sehr nachdenklich aber nicht fürchten machte.

Zum erstemal durfte sie sein, als der Mensch mit all seinen Facetten und sie fühlte sich rundum angenommen und angekommen.

Das es für ihn auch das Erstemal war, das er diese Tiefe an Emotionen erlebte, erstaunte sie zwar aber sie verschwendete keinen Gedanken daran, das er sich vielleicht fürchten könnte, sie kam gar nicht auf die Idee, das es so sein könnte.

Erst als nach einem Jahr, die Worte zwischen ihnen immer weniger wurden, ahnte sie das er den Verlust seiner Freiheit fürchtete, und weil sie fürchtete ihn zu verlieren, sprach sie seine Furcht nie an.

Bis die Wortlosigkeit den vollen Raum einnahm, sie wusste das er still gegangen war und sie sich verzweifelt an gesagten Worten der Vergangenheit festhielt.

Immer ist ein großes Wort, der Glaube an Beständigkeit steht dem in nichts nach, und auch wenn die Schmerzlichkeit eine ungeahnte Dimension einnimmt, so blieb für sie , nur das Lernen das nichts in diesem Leben ewiglich währt.

Lange Zeit wusste sie nicht, ob sie es bedauern sollte dieses Fühlen kennen gelernt zu haben, weil das Ausmaß des Vermissens so elendiglich groß war, oder ob sie sich glücklich schätzen sollte, dieses Fühlen erlebt zu haben, weil die Intensität so immens war.

Nachdem der Schmerz über den Verlust sich verändert hatte, und er nicht mehr so stet in ihr pulsierte, sah sie es als Bereicherung und der Blick zurück geschah mit einem weinendem und einem lachenden Auge, so wie man die Vergangenheit schaut, die einmal war und nicht mehr ist.



Es bereitete ihr dann aber doch ein gewisses Maß an Genugtuung, als er sich Monate später wieder bei ihr meldete, mit dem Wunsch nochmals neu zu beginnen .Sie merkte wie alles in ihr brannte und die Sehnsucht in ihr drang nachzugeben, bis ihre Ratio zu ihr durchdrang und ganz klar aufzeigte das das ursprüngliche Vertrauen zu ihm, nicht wieder diese Größe erreichen würde und die Chance der Grenzenlosigkeit für sie beide vertan war.

So entschied sie dann wohl mit einer Traurigkeit aber mit dem Wissen, das eine andere Wahl gar nicht möglich gewesen wäre.

 

Kerbholz

Lena ist sich nicht sicher, ob es eine typisch frauliche Eigenschaft ist, im Frühjahr die Möbel zu rücken und des Winters sich ins eigene Zimmer zurück zuziehen und in der Vergangenheit zu stöbern.
Ihr deucht es fast, das ist so ein kleiner Ritus, der sich Jahr für Jahr wiederholt. Ein Ritus der dem Neuen Platz einräumt und dem Vergangenem die Trauer gestattet, die Vergangenheit mitunter braucht.
In ihrem Zimmer, unter dem Dachboden, findet sich ein Kerbholz.
5 tiefe Kerben trägt dieses Holz und eine jede der tiefen Kerben , hatte er verstärken lassen , mit einem schmalen Ring aus Gold.
Fein säuberlich hat sie dieses Kerbholz an die Wand „gepinnt“, vor Jahren.
Über all die Jahre war es „unsichtbar“ gewesen, Lena hatte es nicht gesehen.
Dieser Winter war lang gewesen und Lena ging in ihr Zimmer um die obligatorische Generalreinigung anzugehen und blieb an ihrer Seemanstruhe hängen – das erste mal nach Jahren.
Lena stellte den Putzeimer zur Seite, kniete vor der Truhe und hob langsam den Deckel an.
Obenauf fanden sich Mitbringgeschenke, die kleinen Dinger für Unerwartetes, darunter, Kalender mit Notizen, Dates und Telefonnummern und sie musste grinsen, lieber Gott, echt, Dietmar tauchte wieder auf, und Klaus und und und............
Lenas Tagebuch von anno düs - sie geht die Seiten durch, mein Gott, wie jung und naiv und es klopft das Bedauern an, dieses Naive in großen Teilen verloren zu haben.
Alles stapelt sie fein säuberlich neben sich und dann taucht das auf, worüber Lena all die Jahre diese Kleinigkeiten gestapelt hatte.
Ein kleines Kistchen umwickelt mit blau-weißem Leinenstoff , darin ihr , oder sein Tagebuch, eine Schlafbrille, sündhaft teure Nylons, ein Plug , Muscheln und unter alledem ihr Halsband.
Ein Hundehalsband
Lange nachdem ihre Beziehung zu Ende war, hatte er Lena gefragt
hast du noch etwas davon?
Und Lena hatte ihren Schutzwall hochgefahren und hatte gesagt, das sie alles weggeworfen hätte, die Röcke, die Blusen, die Pumps, weil niemals mehr würde sie etwas davon tragen.
Das mit dem Halsband und den anderen Kleinigkeiten, verschwieg sie ihm.
Es ging ihn ja auch nichts mehr an, mit was und wie sie sich ihr Leben gestaltete.

Es macht sich in Lena ein tiefes Seufzen breit, leicht oder schwer, sie kann sich wieder einmal nicht entscheiden.
Das ist doch das Schöne, das du dich nie entscheiden kannst – sie sieht ihn grinsen.

Das erstemal seit Jahren, liest Lena die Seiten durch.
und sieht den Glauben einer jungen Frau an einen gereiften Mann.
Ihr erstes Date in Bonita Springs, die erste Kerbe im Kerbholz
weil Lena vor lauter Aufregung die Bluse, die Pumps und den Rock vergessen hatte – es konnte natürlich auch sein das ihre Aversion gegen diese Kleidungsstücke sie das vergessen ließ.
Lena kann sich diesbezüglich mal wieder nicht entscheiden, während für ihn der Fall ganz klar ist.
Ihr Hintern und ihre Scham glühen an diesem Abend, und Lena ist ihm dankbar das er ihr den Rückzug in Gründe für eine Strafe gestattet.
Der Golf von Mexiko wirft seine Wellen an den weißen Strand und Lena steht mitten darin, atemlos und berauscht von dem neuen Horizont der sich vor ihr eröffnet.

Die zweite Kerbe,
Lena weiß es nicht mehr und blättert durch das Tagebuch, bis sie es wieder findet.
die Lüge
Ihre Lüge, als sie sagte das sie ihm treu sein würde, und als sie zumindest die sexuelle Treue in den Wind schoss, weil die Lust mit ihr durch ging.
Danach musste sie still halten und die Männer die in sie eindrangen, durften sie nicht mit den Händen oder anderen Körperteilen berühren, sie durften nur mit ihrem Schwanz tief in ihren Körper stoßen.
Hinterher war sie still und er nahm sie in die Arme und ließ sie weinen, das erstemal seit Jahren.
Danach konnte sie los lassen, danach hatte sie ihre Tränen wieder gefunden und erhob ihn zum Gott darüber.

Es war immer Bonita Springs, es war immer der Golf von Mexiko der ihre Füße umspülte und dessen Horizont so unendlich schien. In ihrem Rücken stand jener Mann, der ihr erlaubte zu weinen, ganz tief, der sie eng mit den Armen umschlang während er die Tränen gleichermaßen in sie hinein und hinaus trieb.

Die dritte Kerbe, und sie muss grinsen
teure Nylons und aufpumbare Plugs, mit seiner Anmerkung das er gar nichts machen würde, das er erwarte, das Lena seinen Wünschen entspräche und sich nackt vor ihm spreizte und eben jene sündhaft teuren Nylons oder Plug dort einführte wo nie die Sonne schien, und er würde zu sehen.
Nur zusehen, verstehst du Kleines, und wenn du das nicht hinbringst dann unterstützt ich dich, ob dir das dann behagt oder nicht.
Und das bei Lenas Entscheidungsfreude.
Sie lernte es aber. Sich zu entscheiden, zwischen sich selbst demütigen vor ihm, oder von ihm auf empfindliche Stellen mit der Gerte geschlagen zu werden.

Die vierte Kerbe stand an sich für etwas ganz banales,
die Akzeptanz das sie auch sein Spielzeug war
und das erstaunlichste für Lena daran war, das sie sich in diesem Objekt für ihn sein, wohl und geborgen fühlte.

Die fünfte Kerbe war der Sonnenuntergang über dem Golf von Mexiko
überdimensional fanden 5 Jahre ihre Ende
und während der Golf ein letztes mal um ihre Beine spülte,
versuchte sie nicht zu weinen ob der Größe des Schmerzes.

Es lag lange zurück, und Lena erhob sich wieder von ihren Knien, sah nachdenklich das Kerbholz an und nahm es dann behutsam von der Wand.
Sie entstaubte das Holz, und legte es dann in die kleine Kiste die mit blau-weißem Leinen umschlagen war.
Dann stellte sie die kleine Kiste ganz unten auf den Boden der Seemanstruhe und räumte nach und nach den Rest wieder ein, bis die Vergangenheit unsichtbar war und schloss den Deckel der Truhe.

nouvelle

 Ich bin eine Gutbürgerliche, ob man das nun auf oder abwertendverstehen
 mag, ist allein eine Frage der Perspektive.
 Er ist nouvelle cousine, sehr fein und sinnig, sehr eng verzweigt,
 vielleicht, um dem Zufall den Wind aus den Segeln zu nehmen.
 Dass wir uns nun gegenüberstehen, war so nicht eingeplant,
 nicht von ihm , nicht von mir, auch wenn ich es gehofft hatte.
 Die Gutbürgerliche darf in das Herz vordringen.
 In die Küche, in der der Herd im Zentrum steht, und der Gutbürgerlichen
 fällt die Kinnlade runter, vor so viel Nouvelle und vielleicht sollte
 sie wieder gehen, gut und bürgerlich.
 Es scheint, dass er die Gedanken ahnt die in der Gutbürgerlichen vor
 sich gehen
 und er hält ihr das Zitronengras unter die Nase, mit dem kleinen Vermerk,
 dass es brennt, wenn man damit schlägt.
 Sie wischt das Zitronengras auf die Seite, Gutbürgerliche schlägt man
 damit nicht.
 Ihr Blick schweift über die Küche, und verhakt sich dann in seinen Augen.
 Er hat so unglaubliche Augen - tief braun und von dichten Wimpern  
 umrandet.
 Es fällt ihr schwer den Blick davon zu lösen und immer wieder, wenn sie
 versucht den Blick wandern zu lassen, landet sie wieder bei seinen Augen.
 Er weiß darum wie seine Augen wirken, er weiß es, und wirft seine
 Harmlosigkeit aus wie ein Fischer der den großen Fang nach hause bringen
 will.
 Mit Gutbürgerlichen funktioniert das nicht, sagt sie ihm,
 Gutbürgerliche lassen sich faszinieren, aber sich mit braunen Augen
 hinter dichten Wimpern einwickeln lassen, das funktioniert nicht.
 Er drückt ihr ein Messer in die Hand. Ein japanisches, elendig scharf,
 und das erste mal seit Jahren zieht sie tatsächlich die Fingerkuppen
 beim Schneiden ein, um sich nicht zu verletzen.
 Sie macht die Juliens für die Beilage,
 er, so scheint es ihr, dirigiert, sorgt dafür das sich eines in das
 andere fügt,
 brät das Filet, besteht auf die sechste Reduktion, hält ihr einen
 Schwenker voll Roten hin,
 und fragt sie nicht, ob sie mal kosten will, sondern setzt das Glas an
 ihre Lippen.
 „Ein wenig Zitronengras?“ fragt er

  Die Gutbürgerliche lehnt ab, soviel Rotwein kann es gar nicht geben,
 dass sie Zitronengras schmecken wollte.
 Er lacht, und fragt sie was sie von Orangen hielte
 Zum Dessert, fein geschält, bar jeder Haut, fein filetiert, mit
 Cointreau übergossen und dann entzündet.
 Sehr delikat, sagt sie, und passt sich seiner nouvelle an,
 dazwischen greift sie in neu gewonnener Freiheit nach dem
 Rotweinschwenker, nimmt einen tiefen Schluck, schaut in diese
 unglaublichen Augen, und sagt ihm, das sie alle Zeit der Welt zum
 filetieren hat,
 und wie schaut es bei ihm aus – kann er auch filetieren, wenn das Herz
 im Zentrum steht?

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Kommen sie herein und legen sie ab.

Mehr sagte er nicht und die Stille die sich daraufhin ausbreitete war eine ganz eigene in ihrer Größe und Undurchdringlichkeit.

Sie begann die Knöpfe ihres Mantels nacheinander aufzuknöpfen und wunderte sich, wie sie das in dieser Ruhe tun konnte, wo sich in ihr eine Anspannung ausbreitete die sie fast vibrieren machte.

Nachdem sie alle Knöpfe durch hatte, half er ihr aus dem Mantel, legte eine Hand sachte auf ihre Hüfte und dirigierte sie wortlos in den Wohnbereich.

Normalerweise plapperte sie ohne Unterlass wenn sie nervös war, aber hier und jetzt erschien ihr das das Falscheste was sie tun konnte.

Die Stille zwischen ihnen war berechtigt, und es war als würde sie absichtsvoll etwas Großes zerstören, wenn sie sich jetzt in Banalitäten erginge.

Sie stand in diesem Raum, der fast wie eine Halle anmutete, fühlte sich etwas verloren und über diese Verlorenheit , ein wenig verunsichert in ihrem Kern- eine Unsicherheit die sie nicht mehr verlassen hatte, seit er ihr das Wort „ Entblößen“ mitgegeben hatte.

Das Entblößen – wahrscheinlich hätte sie nicht einen Gedanken daran verschwendet, hätte er ihr nicht einmal erzählt wie man den Menschen entblößen kann. Schicht um Schicht abtragen um das zu finden was so wohlbehütet verborgen ist. In der Blöße liegt die Verletzlichkeit und in der Verletzlichkeit liegt das Wesen eines Menschen .

Alles war anders als sonst, kein direktes aufeinander zugehen, kein Geplänkel , keine Kleinigkeiten um den Focus abzulenken und das Latente gänzlich unsichtbar zu machen.

Er holte das Latente in seinen Blick, er ließ sie das erkennen, einfach so. Die Konzentration seiner Gier und seiner Lüsternheit, ganz unversteckt und unverholen.

Vielleicht lag darin sogar die Frage, na traust du dich, willst du versuchen wie weit du gehen kannst.

Ihr war so als ob sie diese Frage erkennen konnte, und auch die Gewissheit das sie alles versuchen dürfte, und er sie darüber in ihre Niederlage führen würde, wieder, einfach so.

Sie bräuchte sich nicht einmal klein machen dafür, um diese Niederlage zu kassieren, anzunehmen und einzunehmen . Sie darf dabei bleiben wie sie ist.

Gewissheit,

er strahlte diese Gewissheit auf sie aus, und sie bemerkte wie sie begann die Welt und ihre Geräusche auszublenden, um sich allein auf ihn und sein Tun zu konzentrieren.

Er nahm in einem großen Ohrensessel platz, schlug die Beine locker übereinander und forderte sie wieder auf:

Legen sie ab.

Als sie nun begann die Knöpfe der Bluse nacheinander zu öffnen, zitterten ihre Hände und sie hoffte sehr, das er das nicht sah.

Dabei wusste sie, das er es genoss , wenn sie mit ihrer Scham kämpfte , wenn sie zitterte, wenn sie anfing zu rebellieren , wenn sie fluchte und irgendwann Tränen der Erlösung weinte.

So weit waren sie jetzt noch nicht, sie waren am Anfang von dem, wozu er sagte,

das Entblößen wird ganz langsam geschehen.

Der Bluse folgte der BH und der Rock, so das sie nun in Halterlosen und in Pumps vor ihm stand.

Für einen kurzen Augenblick, hielt sie sich an der Hoffnung fest, das ein Entblößen, sein Entblößen allein die Blöße der Haut und der körperlichen Nacktheit ist. Das ihr Wesen und ihre Verletzlichkeit sich nicht entkleiden brauchten,

aber er sagte wieder nur,

Legen sie ab

wie ich ihnen sagte, das Entblößen wird langsam geschehen und wir haben sehr viel Zeit.

 

 

Wwwunderland Inflation

Eigentlich hatte ich nie groß darüber nachgedacht, was ich da so habe an Beziehungskisten mit Männern . Wahrscheinlich wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, das irgendwie beziehungsmäßig einzuordnen, aber man lernt ja nie aus.

Und das kam so:

Irgendwann, als ich mich nach Jahren von verplempertem Leben,von dem mir kirchlich Angetrautem trennte, hatte ich zwar keine Ahnung was ich alles so wollte, aber ich wusste was ich partout nicht mehr wollte.

Also so ein desinteressierte Nebenherleben und natürlich hatte ich auch keine große Lust mehr, mich die andere Hälfte meines Lebens, weiterhin massiv in meiner Persönlichkeit zu beschneiden.


Klar waren da irgendwo die Träume von der großen Liebe, aber wie ich oben schon schrieb, man lernt ja nie aus und so kam es, das ich erkennen musste, das der Mann den ich brauchte quasi in Dreien steckte.

Da war einmal Wilfried der Mann zum philosophieren, Welt zerlegen und mit einer begnadeten rechten Hand, grandios einfach – nur in der emotionalen Bandbreite, da haperte es dann doch ziemlich .

Dann Karl-Friederich, der Mann für emotionale Hoch und Tiefs , die breite Schulter zum anlehnen, der in die Tristesse , Regenbögen zauberte und ein Faible für spanking hatte . Nur von der großen ,weiten Welt wollte er nichts wissen, er zog es vor das beizubehalten was er kannte, und stand Veränderungen immer ausgesprochen skeptisch gegenüber.

Und zum Schluss noch Markus, der für sein Leben gerne reiste und in der Leibesmitte mit einem Prachtdingens gesegnet war, und mich an beidem teilhaben ließ – nur wirklich reden, und emotionale Achterbahnfahrten konnte man mit ihm nicht haben.

So sah das also aus, und wie gesagt, einen Kopf hab ich mir nie darüber gemacht , warum auch – jeder war zufrieden , funktionierte das alles doch ohne Hintenrum und ohne Lüge.

Und natürlich, irgendwo in mir schlummerte immernoch der Traum, über : all in one zu stolpern.

Das Wwwunderland hatte das dann möglich gemacht, da stolperte ich dann über den Mann der Männer, mit emotionaler Bandbreite, mit Dominanz, mit Neugier und Offenheit, zum palavern und anlehnen, rein virtuell natürlich. Zwei Wochen lang redete er sich den Mund fusselig, erklärte und wiederholte das ich das Wertvollste überhaupt bin – und ich ,ganz geschmeichelte Eitelkeit, kam ernsthaft ins überlegen, meinen Männekens bye zu sagen.

nach einer weiteren Woche, musste da irgendwo eine Inflation eingebrochen sein, zumindest war mein Wert massiv gefallen, und es war klar – für ihn- das da noch eine andere Frau her muss.

Polyamory Cherie, noch nie was davon gehört? Klickerte er mich fast entrüstet an.

Worauf Cherie zurückklickerte, klar kenn ich polyamory, aber mein Fall ist das nicht – ich finds ja schon schwer, einen zu finden den man liebt.

Das findet sich schon Cherie, klickerte es retour - von ihm, außerdem werd ich dir helfen deine Bi-Neigung zu entdecken – in spätestens einer Woche hast du das intus, sei dir sicher.

Ich bin doch aber gar nicht bi, sondern eine ausgemachte Mannfetischistin, klackerte ich in die Tastatur.

Sagte ich dir doch Cherie, das wird schon mit dem Bi, kam es frohgemut von ihm retour.

Also Polyamory........? tippte ich ihm wieder entgegen

jep Cherie, klackerte es kurz zurück.

Ich war ja dann schon etwas geknickt, weshalb ich dann retour klickerte:

Kann ich dann meine drei Männekens mitnehmen? Markus hat einen Prachtdingens in der Leibesmitte, und ich bin absolut sicher, so schnell wie du deine Bi-Veranlagung entdeckst, so schnell kannst du gar nicht schauen.

Ehrlich, ich glaube nie ging eine Inflation schneller von statten....................



adrenalinberauschte Wesen

Das Entdecken meiner devotion stellte seinerzeit meine ganze kleine Welt auf den Kopf .

Mit einem riesen Wusch, mutierte ich von einer quasi asexuellen Frau, zu einem Menschen mit überbordernder Lust.

Natürlich wollte ich das dann auch leben, fühlen, wissen und erfahren. Jetzt sofort und auf der Stelle und als ausgemachtes Landei bot sich das www geradezu dafür an, auf diesem Weg einen Mann zu finden, der mir geben konnte, was ich brauchte.

Ich begab mich also in einen sm-spezifischen chat, fühlte mich wie Alice im Wunderland, und kam aus dem Staunen nicht mehr raus, das es so viele Doms, Sirs und Konsorten gab und das das alles über 30Jahre an mir vorübergezogen war , weil mir kein Aas was gesagt hatte, das es auch etwas jenseits von Missionarsstellung im Dunkeln gab.

Mein erster Versuch des chattens , war dann auch gleich ein direkter Treffer quasi, und so kam es das ich in etwa vier Wochen mit einem Dom aus Würzburg chattete und telefonierte, wir uns nahe kamen, und ich absolut davon überzeugt war: Jep, das soll mein Dom und mein Smentjungferer sein.


Unsere Abmachung sah dann so aus,das ich zu ihm fahren würde, er die Haustüre offen ließ, und ich mich in sein Wohnzimmer begeben sollte. Dort hatte ich mich zu entkleiden, und sollte mich mit hinter dem Kopf verschränkten Armen , nackt ans Fenster stellen , um auf ihn zu warten.

Oh heilige Einfalt, ich akzeptierte sämtliche Klischees, oben genanntes und dieses Gedöns, von wegen nur mit 4 Kleidungsstücken zu kommen – wobei Schuhe schon als zwei Teile galten , und ich mich deshalb einfach barfuß auf den Weg machte, aber immerhin mit Minirock.

Über die Autofahrt zu ihm, verlier ich am besten kein Wort. Es ist einfach fatal wenn sich adrenalinberauschte Wesen hinters Steuer klemmen und damit sämtliche Vorurteile die da diesbezüglich durch die Welt wutschen ,bestätigen.

Trotz dieses Adrenalinrausches kam ich heil an, was fast schon an ein kleines Wunder grenzte, parkte das Auto ein paar Meter entfernt von seinem Haus, damit ich nochmal in aller Ruhe unbeobachtet durchatmen konnte, und auch in der kleinen Hoffnung das vielleicht mein Denken so ein bisschen zurückkehren würde.

Tat es aber nicht , mein Denken blieb verschwunden und alles war fest in adrenalinischer Hand.

Ich atmete also tief durch, stieg aus dem Auto, und begab mich mit irgendwie zittrigen Knien in Richtung seines Hauses.

Da stand ich dann vor dem Gartentor, sah das die Haustüre einen Spalt weit offen stand, dafür aber die Gartentür verschlossen war.

Klasse, gings mir durch den Kopf, manchmal würde mich ja schon interessieren was Doms wirklich denken , wenn sie mittelalterliche Frauen über Gartentore jagten, nur weil sie annahmen, Schuhe wären unverzichtbar.

Ich überwand also dieses Gartentor, betrat wie geheißen das Haus, und dachte ich müsste jeden Augenblick an einem Herzinfarkt sterben. Was ich natürlich nicht tat, also sterben...........aber dafür legte mein Adrenalin nochmals einen ganzen Taken zu, als ich in diesem fremden Wohnzimmer stand, mich entkleidete und mich mit im Nacken verschränkten Armen an das Terrassenfenster stellte.

Ich stand da und wartete, versuchte meinen Herzschlag zu beruhigen, lauschte angespannt in die Stille hinein in der Hoffnung ein Geräusch wahrzunehmen, das darauf schließen ließ, das mein Auserwählter sich in der Nähe befand.

Nüscht, da war nüscht, kein Geräusch, kein gar nichts und so stand ich weiterhin nur da, ließ meinen Blick durch den Garten und den schräg gegenüber liegenden Nachbarsgarten schweifen.

Den Mann dort, der gedankenverloren seinen Rasenmäher durch die Gegend schob, registrierte ich gar nicht wirklich – und das wo ich gänzlich unexibitionistisch bin – erst als jener mitten in der Bewegung inne hielt und mich anstarrte wie eine Kuh wenns donnert, kam ich auf den Gedanken das ich ihm vielleicht zuwinken sollte, als ein Zeichen dafür das alles o.k ist, also von wegen Gewalt und Frau stände hier unfreiwillig.

Das ich dann doch nicht winkte und ihm nur zulachte, lag daran, das mir noch beizeiten einfiel das ich ja bewegungslos zu stehen hatte – und wer will schon beim ersten date den auserwählten Dom verärgern.Also ich nicht.

Es verging bestimmt eine halbe Stunde, in welcher ich einfach weiter nur so dastand, mich wunderte wie Mann so geduldig verharrend sein konnte, sich mein Herzschlag langsam wieder beruhigte und das Adrenalin nicht mehr so gewaltig über mich hinwegrauschte.

Ja und dann vernahm ich endlich hinter mir Geräusche, das Herz verdoppelte ratzfatz seine Taktung, das Adrenalin schwemmte wieder volle Pulle ein und in diesen Rausch hinein, ertönte ein tiefes Räuspern und die absolut überflüssige Frage seinerseits,

was machen Sie denn hier?

Meine Güte, gings mir durch den Kopf, was fängt er denn jetzt für Spielchen an, mit Siezen und sich wirklich dämlich stellen.

Also klärte ich ihn leicht genervt darüber auf wie unsere Abmachung aussah und mir nicht der Sinn nach so komischen Spielchen stand.

Daraufhin kehrte wieder Stille ein, und ich dachte schon, soch jetzt hast du deinen ersten Dom verschreckt , frau du bist wirklich unmöglich , als er mich wissen ließ:

Junge Frau, sie sind hier vollkommen falsch, aber auf eine andere Art wieder vollkommen richtig.

Lassen sie uns darüber reden, aber dazu kleiden sie sich jetzt erstmal an und schaun mir in die Augen.

Tscha so kams, das mein Adrenalin mir den Umweg über Dom ersparte und mich direkt in die Hände meines ersten Herrn führte – ich hab ihm natürlich noch Bescheid gesagt, dem Dom aus Würzburg.

 

 

 

 

ein altmodisches Haus

Der Winter malt Eisblumen an`s Fenster.....................und irgend so ein Rationalist würde sagen:

Heute hat man isolierte Fenster, da gibt`s so was nicht mehr

Dabei, so lange lag diese Zeit noch nicht zurück, als die Kälte Blumen auf Scheiben schuf.

Ein kleiner Mikrokosmos, filigrane Kristalle aus einer anderen Welt , die sie bestaunte und die sie auflösen konnte, wenn sie nur lange genug ihre Hand darauf presste.

Eisblumen am Fenster, das ging auch einher mit dem Befeuern der Öfen – dem in der Küche, dem Kachelofen im Wohnbereich und Samstags den Ofen im Bad.

Samstags war Badetag , ein Ritual das aus ihrer Kindheit mit hinüber gekommen war , und weil das ganze Haus in allem so altmodisch war wie die Eisblumen am Fenster, musste man Samstags den Ofen schüren, um im Bad heißes Wasser zu haben.

Es vollzog sich dann immer die ganz erstaunliche Wandlung, eines eiskalten Badezimmers in einen von dampfender Wärme durchdrungenem Hamam.

Schon der Gedanke daran, rief ein innerliches Entzücken in ihr wach, Eisblumen am Fenster und von Wärme umspielt sein im Bad.

Viermal würde sie insgesamt Holz nachlegen müssen, bis das Wasser die richtige Temperatur erreicht hatte .Danach würde das Bad zu einem Ort werden, in dem es schien als bliebe die Zeit stehen, wo sich der Herzschlag verlangsamte während sich auf der Stirn langsam Schweißtropfen bildeten, die sich mit dem Wasserdampf mischten.

Ein kleines Seufzen würde ihm über die Lippen gehen, während er da im Wasser lag, die Augen geschlossen, langsam ein und langsam ausatmend.

Los lassen, von Zeit und Raum, aussteigen aus der geschäftigen Alltäglichkeit und Eintauchen in die Oase der Stille, mit jedem Atemzug ein bisschen mehr, ein wenig tiefer bis die Wärme alle Fasern des Körpers geweitet hat.

Sie betrachtete ihn gerne so,wenn sich die Entspanntheit in seinen Gesichtszügen wiederspiegelte, seine Arme locker auf der Badewanne auflagen und das Wasser um ihn herum sich sachte mit seinen Atemzügen mitbewegte.

Das sie ihn wusch, hatte sich irgendwann einmal so ergeben und wurde im Laufe der Zeit, zu einem festen Bestandteil dieser Samstäglichkeit

Und immer wieder neu staunte sie über diese Empfindsamkeit und Verletzlichkeit die in diesem Akt der Waschung lag .Wie selbstverständlich dieser große Mann mit ihren Bewegungen mitging, biegsam wurde und sich mit geschlossenen Augen in ihre Hände schmiegte.

Ganz so, wie sie die Augen schloss , wenn sie sich in seine Hände begab und sich ihm und seinem Wollen fügte, um gemeinsam in Grenzgebiete der Emotionen und Empfindungen vorzudringen, zweifelsfrei und von einem Vertrauen durchdrungen , das sie so nie gekannt hatte.

Da schenkte er ihr jedesmal auf´s Neue die Größe der Stille..................und sie hoffte so sehr, das sie es ihm ein wenig gleichtun und ihm davon zurückgeben konnte.

Samstags, in einem altmodischem Haus, mit gemalten Eisblumen am Fenster

und irgendein Rationalist würde sagen, das gibt es nicht.



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