Das Ist,
vor unserem Haus ist schön.Dort steht eine Birke, deren Zweige schwer herabhängen. Die Zweige würden schon längst den Boden bedecken, würde ich sie nicht ab und wann stutzen, so dass die Birke ein lichtes Zelt bildet, das von der Sonne durchflutet wird.
Darunter, im schattigen Grund, wuchern Walderdbeeren, wilde und unwilde Akeleien.
Seit einem Jahr liegt dort ein großer, tönerner Topf, den ich nach einer Umtopfaktion einfach stehen ließ und den irgendwer, irgendwann umstieß.
Hinten links, hab ich Pan plaziert. Aus Ton und natürlich auf seiner Flöte spielend.
Außerhalb des Schattens der Birke, wächst zwischen bunt, blühenden Bodendeckern, Lavendel, in dessen Schatten schon seit Jahren Mathilde, die Schildkröte, ihr Nickerchen hält und nicht zu vergessen Elias, der Engel, der Punkt Sonnenuntergang seine Laterne entzündet.
Das Haben
ist eine Sucht. Weshalb ich als Raucher, zu jeder Jahreszeit draußen sitze, auf der Stufe vor dem Hauseingang. Ich sitze dort, verbannt, kurbel mir eine und zieh idiotischer Weise, mit einem befreiendem Gefühl das Nikotin in mich ein.
Während ich da kurbel, Nikotin einatme und den Rest ausatme, sich die Nacht über die Erde legt und die Grillen in den lauen Sommer zirpen, beginnt Pan auf seiner Flöte zu spielen. Er lockt und in seinen Augen ist ein Juchzen
Mary Ann, die Chefin Nummer Eins von Ameisenkohorte Soundsoviel, beginnt zu tänzeln und eröffnet damit den Ameisengartensommerstart.
Kohortenführer Sixtus kann dem natürlich nicht widerstehen und schwingt ein Tanzbein, von dem er nie wusste, dass er es hatte.
Was Pan als Anreiz sieht, sich erst recht ins Zeug zu legen und so gesellt sich zu Mary Ann und Sixtus die ganze Kohorte und zieht schwingenderweise in den Garten ein.
Ich glaube es ist Ram-boo – einer der vielen Winzlinge der Kohorte Soundsoviel, der da als erster den Ruf nach in the mood, tut.
In the mood, dudum, in the mood, ruft er aus der schwingenden Kohorte heraus, bis sich seine Nachbarn und letztlich die ganze Kohorte anschließt.
Der Ruf hallt durch das Birkenzelt und drängt empor, hinaus in die Nacht und hoch zum Mond, der daraufhin sein Licht eine Runde heller scheinen lässt.
Ich kurbel mir noch eine, seh wie die Glühwürmchen eintrudeln und aufgeregt durch die Nacht funkeln. Die Grillen legen ihre Streichinstrumente ad acta und steigen um auf Saxophon.
Mathilde gähnt herzzerreißend unter dem Lavendel und blinzelt verschlafen in den schwingenden Garten.
Am Himmel beginnt es zu brummen, als die Junikäfern eintrudeln, um die Posaune zu geben.
Lady Redblack nötigt ihren Sir Redblack mit ihr zum Sommerbirkenzeltball zu gehen
und dann beginnt es,
www.youtube.com/watch?v=bR3K5uB-wMA
die Saxophone und Trompeten legen sich ins Zeug.
Die Blümchen wippen, Mathilde tanzt und Pan ist entzückt.
In the mood.
Madame Pompedusa schneckelt mit ihrem gewichtigem Haus vorbei und lässt, ihre Stielaugen im Takt zu, in the mood, wippen.
Die Kohorte Soundsoviel befindet meinen umgestürzten Topf, als kohortentauglich und zieht darin in the moodmäßig ein.
Dann klappt Elias sein Buch zu, lässt die Sonne aufgehen und schaltet sein kleines Lichtchen aus.
Das Sein
ist Dunkel.Ich rauch mir eine, draußen vor der Tür. Die Solarlampen bescheinen den kleinen Weg, der um die Birke führt. Alles ist still, außer ein paar Grillen, die zirpen.
Ich drück die Zigarette aus.
Seh wie eine Ameise an meinem Bein hoch krabbelt und wisch sie weg.
Irgendwo von tief unten hör ich es fluchen, dass man so nicht mit Ameisen umgeht, schon gar nicht mit einem Ram-boo.
Und er hat recht.