Es ist eine außergewöhnliche Schneekugel – mit dicken Glaswänden, die eine kleine Miniaturstadt umschlossen.
Lauter bunte Häuser in einer Schnee bedeckten Welt, durch deren Gassen und Straßen die Menschen der Zeit nachgehen.
Es gibt einen großen Weihnachtsbaum im Zentrum der Stadt, in dessen Nähe ein kleiner Chor mit voller Inbrunst ein Liedchen singt.
Da ist ein kleiner Junge mit einer roten Pudelmütze und dicken roten Fäustlingen, der einen Schlitten hinter sich herzieht.
Gegenüber vom Rathaus, steht eine Frau mit einem Einkaufskorb der schon fast voll von den Einkäufen ist.
Beim Weihnachtsbaum findet sich ein Herr, mit einem Borsalino und einem wadenlangen Mantel, der sich gerade den Kragen hoch schlägt um Schutz vor der Kälte zu finden.
Es finden sich dort noch viele andere Menschen, aber diese drei sind in diesem Moment, die markantesten.
Und dann,
umfassen zwei Kinderhände diese Schneekugel und schüttelt sie, auf und ab, auf und ab und ein faszinierte Augenpaar starrt durch das Glas in das Schneetreiben in der Stadt.
Frau Bartelbie beginnt zu fluchen, weil ihr noch die Weihnachtsgans fehlt und sie doch eh schon in allem hinterher hinkt und ausgerechnet jetzt muss der Schnee so über sie hereinbrechen, dass sie bald die Hand vor Augen nicht mehr sieht.
Johann, der kleine Junge mit den Fäustlingen, sieht in dem Schneesturm die optimale Chance sich um die Hausaufgaben zu schlenzen und noch einmal zum Tafelberg zurück zu kehren, um noch ein paar rasante Abfahrten mit seinem Schlitten hinzulegen. Es fährt sich so viel leichter mit dem Schlitten, als mit dem Füller über das Papier.
Herr Lüders zieht den Kragen seines Mantels enger, kneift die Augen zusammen in der Hoffnung dann klarer durch den Schnee sehen zu können und seine Verabredung zu erkennen. Die Tageszeitung ist ihr Erkennungszeichen, unter dem Weihnachtsbaum im Herzen der Stadt.
Herr Lüders ist nervös, was dieser plötzlich hereinbrechende Schneesturm nicht besser macht.
Der kleine Chor beim Weihnachtsbaum lässt sich in gar nichts von diesem Schneesturm beeindrucken und schmettert weiter inbrünstig
o du Fröhliche – in die Welt hinaus
und
es riecht nach gebrannten Mandeln.
So überraschend und heftig wie der Schneesturm hereingebrochen war, so langsam aber gewiss, findet er sein Ende.
Ein paar letzte Schneeflocken landen noch sachte auf dem Weihnachtsbaum,
dann bietet die Stadt wieder ein Bild behaglicher Ruhe,
Eine Frau mit einem vollen Einkaufskorb winkt einem Taxi
am Weihnachtsbaum steht ein Mann der sich seinen Kragen enger fasst und unweit von ihm lässt eine Frau in einem grünen Cape den Blick über den Marktplatz schweifen.
ein kleiner Junge, mit einer roten Nase und roten Wangen schaut in den Himmel als ob er fragen wollte,
kannst du es schneien lassen? Wegen des Tafelbergs?
Und zwei Kinderhände umfassen die Schneekugel und schütteln sie auf und ab, auf und ab.
starfish (Dienstag, 10 Januar 2012 01:08)
hey... die rumpelsophie (das Original) ist ja wieder aktiv bei kv... *'froiii... Diese zauberhafte Geschichte ist einer meiner Lieblingstexte von Dir und das bleibt sie auch...
herzliche Grüße
Ralf
