• meine Wenigkeit
  • vom Leben
  • die Männer und ich
  • hausfrauengedöns
  • un-dichte Anwandlungen
  • aus den Weiten des www
  • Gästebuch
  • Kontakt

Hundeliebe


gestern  

rosa Wolken

automobile Persönlichkeiten

der Baum

Hannah geht alleine

Kater haben`s schwer

das ewige Spiel

Glasauge - sei achtsam

Ram-Boo

Padum

Kurschatten

der Säufer und ich

desertierende Zellen

kleines Schneegestöber

blaue Perlen

meine Katze und ich

von den Subversivitäten meiner Waschmaschine

 

 

NachDenkSeiten - Die kritische Website
Besucherzaehler
Rumpelsophie

Fr

01

Jan

2009

nouvelle

 Ich bin eine Gutbürgerliche, ob man das nun auf oder abwertendverstehen
 mag, ist allein eine Frage der Perspektive.
   Er ist nouvelle cuisine, sehr fein und sinnig, sehr eng verzweigt,
 vielleicht, um dem Zufall den Wind aus den Segeln zu nehmen.
 Dass wir uns nun gegenüberstehen, war so nicht eingeplant,
 nicht von ihm , nicht von mir, auch wenn ich es gehofft hatte.
 Die Gutbürgerliche darf in das Herz vordringen.
 In die Küche, in der der Herd im Zentrum steht, und der Gutbürgerlichen
 fällt die Kinnlade runter, vor so viel Nouvelle und vielleicht sollte
 sie wieder gehen, gut und bürgerlich.
 Es scheint, dass er die Gedanken ahnt die in der Gutbürgerlichen vor
 sich gehen
 und er hält ihr das Zitronengras unter die Nase, mit dem kleinen Vermerk,
 dass es brennt, wenn man damit schlägt.
 Sie wischt das Zitronengras auf die Seite, Gutbürgerliche schlägt man
 damit nicht.
 Ihr Blick schweift über die Küche, und verhakt sich dann in seinen Augen.
 Er hat so unglaubliche Augen - tief braun und von dichten Wimpern  
 umrandet.
 Es fällt ihr schwer den Blick davon zu lösen und immer wieder, wenn sie
 versucht den Blick wandern zu lassen, landet sie wieder bei seinen Augen.
 Er weiß darum wie seine Augen wirken, er weiß es, und wirft seine
 Harmlosigkeit aus wie ein Fischer der den großen Fang nach hause bringen
 will.
 Mit Gutbürgerlichen funktioniert das nicht, sagt sie ihm,
 Gutbürgerliche lassen sich faszinieren, aber sich mit braunen Augen
 hinter dichten Wimpern einwickeln lassen, das funktioniert nicht.
 Er drückt ihr ein Messer in die Hand. Ein japanisches, elendig scharf,
 und das erste mal seit Jahren zieht sie tatsächlich die Fingerkuppen
 beim Schneiden ein, um sich nicht zu verletzen.
 Sie macht die Juliens für die Beilage,
 er, so scheint es ihr, dirigiert, sorgt dafür das sich eines in das
 andere fügt,
 brät das Filet, besteht auf die sechste Reduktion, hält ihr einen
 Schwenker voll Roten hin,
 und fragt sie nicht, ob sie mal kosten will, sondern setzt das Glas an
 ihre Lippen.
 „Ein wenig Zitronengras?“ fragt er

  Die Gutbürgerliche lehnt ab, soviel Rotwein kann es gar nicht geben,
 dass sie Zitronengras schmecken wollte.
 Er lacht, und fragt sie was sie von Orangen hielte
 Zum Dessert, fein geschält, bar jeder Haut, fein filetiert, mit
 Cointreau übergossen und dann entzündet.
 Sehr delikat, sagt sie, und passt sich seiner nouvelle an,
 dazwischen greift sie in neu gewonnener Freiheit nach dem
 Rotweinschwenker, nimmt einen tiefen Schluck, schaut in diese
 unglaublichen Augen, und sagt ihm, das sie alle Zeit der Welt zum
 filetieren hat,
 und wie schaut es bei ihm aus – kann er auch filetieren, wenn das Herz
 im Zentrum steht?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading
Impressum | Datenschutz | druckversionDruckversion | Sitemap | Diese Seite weiterempfehlen
© rumpelsophie
Anmelden Jimdo-Logout | Bearbeiten
zuklappen