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Do

29

Okt

2009

Gottesurteil

vomLeben

Es war ein weites Feld , der Bauer hatte seine Frucht schon abgeerntet und in allem lag der Herbst in der Luft.

Sie saß dort mit gekreuzten Beinen auf dem Boden, unter einer alten Eiche, und beobachtete mit Aargusaugen den Strohhalm der etwa einen halben Meter vor ihr, für zehn Zentimeter aus dem Boden ragte.

Was war es für ein Aufwand gewesen, so weit zu kommen. Nun saß sie hier, und ließ sich von der Macht in ihren Bannkreis ziehen. Herr über Leben und Tod

du darfst leben,

und du nicht

du musst leiden

und du nicht

was für ein Faszinosum, und sie fühlte sich zurückversetzt in die Zeit, als sie den Fliegen die Flügel ausriss nur um zu sehen, was sie dann machten, die Fliegen.

 

 

Er war eines dieser Dates gewesen, wo man sich in smalltalk übte, man an einer tour auf die Uhr sah und überlegte ob nun genug Zeit verstrichen war, um sich ohne schlechtes Gewissen verabschieden zu können.

Eineinhalb Stunden waren ihres Erachtens genug, und so teilte sie ihrem Gegenüber mit, das sie morgen früh raus müsse, und nun gehen würde.

Sie klackerte durch die nächtlich erleuchtete Stadt, zahlte im Parkhaus am Automaten ihre Parkgebühren und klackerte weiter, in Richtung auf ihr Auto zu.

Sie verwünschte sich, das sie keinen dieser Frauenparkplätze in Anspruch genommen hatte, und das Beklemmende das so ein nächtliches Parkhaus ausdünstete,sich in ihre Poren legte. Sie spürte die Angst die in ihr hoch kroch, und sie bemühte sich ihre Ratio hervorzuholen, die ihre Angst beschwichtigten sollte.

Der Schlag traf sie unvermittelt von hinten und riss sie auf die Knie.

Drecksstück, hast du wirklich geglaubt du kommst so davon? Erst mir das Maul wässrig machen, und dann sich verdrücken.

Eine Hand packte sie am Kragen, zerrte, sie wieder auf die Beine und knallte sie bäuchlings auf die Motorhaube eines Pkws

Mit einer Hand hielt er ihre Hände auf dem Rücken, mit der anderen stülpte er ihren Rock nach oben, zog ihren slip nach unten und machte sich an seinem Reißverschluss zu schaffen.

So willst du das doch, du Fotze

Als er gekommen war ,lag sie ganz ruhig auf der Motorhaube, hörte wie er sich den Reißverschluss zuzog und spürte wie sein Samen an ihren Schenkeln entlanglief

Ein letztesmal schleuderte er ihr das Wort Fotze entgegen und als sie ihn weggehen hörte , sackte sie langsam in sich zusammen und rutschte von der Motorhaube.

 

Zwei Jahre später klingelte sie an seiner Haustüre.

Die Überraschung in seinen Augen wich schnell einer süffisanten Überheblichkeit

Na Baby , Sehnsucht nach meinem Schwanz, brauchst es wohl mal wieder richtig.

Ja, sagte sie – ich brauch es richtig

und es lief wie nach Drehbuch. Er bat sie herein, holte was zu trinken und sie kippte ihm die K.o tropfen in sein Glas.

Was dann folgte war die unsichere Variable in ihrem Plan. Den bewusstlosen Mann in ihren Kombi zu schaffen. Sie bekam es hin, ohne das dabei jemand ihren Weg kreuzte und hätte jemand ihren Weg gekreuzt, dann hätte sie es als Gottesurteil gewertet, irgendwas von einem Mann erzählt der sich im Komasaufen versucht hatte und ihn dann irgendwo in der Pampa rausgelassen.

Es kam aber niemand, so dass der Mann jetzt ohne Bewusstsein in ihrem Kombi lag.

Sie umwickelte seine Beine mehrfach mit Tape, drehte ihn zur Seite, kreuzte seine Arme auf den Rücken um dann dort die Hände zu fixieren.

Zum Schluss verklebte sie ihm noch dick den Mund mit tape und versah das Tape zwischen den Lippen mit einem Schlitz den sie mit einem Teppichmesser schnitt.

 

Als er zwei Stunden später wieder zu sich kam, lag er schon im Loch unter der Eiche, das sie einen Tag zuvor ausgehoben hatte, und aus seinem Blick war jede Überheblichkeit gewichen.

Sie schob ihm einen langen Strohhalm zwischen die getapten Lippen , und wies ihn darauf hin, das es besser wäre sich aufs atmen zu konzentrieren, statt auf`s Schreien und sah wie die Angst in seinen Augen einem lautlosem Entsetzen Platz machte, dann begann sie das Loch unter der Eiche, Schaufel für Schaufel zu zu schütten.

Es war ein faszinierender Gedanke, einen Finger auf den Strohhalm zu legen und unter ihr würde jemand sterben. Wenn er könnte würde er sich wahrscheinlich die Lunge aus dem Hals brüllen, und sich winden wie ein Wurm in seinem feuchten Grab, und wenn sie könnte, dann würde sie ihn fragen: spürst du das? Diese unsägliche kalte Angst, spürst du das?

Sie war sich sicher, jetzt spürte er das und sie konnte sich nicht entscheiden, ihn nach den zwei Stunden, die sie sich gesetzt hatte, aus seinem Loch zu erlösen.

Vielleicht sollte sie das einfach Gott überlassen, die Entscheidung über Leben und Tod, Fotzen wollen das doch so.

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